Das Licht von einem Globus geht an

Wenn der Welt ein Licht aufgeht

Ist es meistens schon zu spät.

 

Zollerpressungen im Handel,

kein Rezept gegen Klimawandel,

Krieg um Macht und Religionen,

Katastrophenregionen,

Cyber-Terror und KI –

Sind wir in Gefahr wie nie? –

 

Optimismus ist gefragt –

Wilhelm Busch ist angesagt:


Obgleich die Welt ja, so zu sagen,     

Wohl manchmal etwas mangelhaft,

Wird sie doch in den nächsten Tagen

Vermutlich noch nicht abgeschafft.

 

So lange Herz und Auge offen,

Um sich am Schönen zu erfreun,

So lange, darf man freudig hoffen,

 

Wird auch die Welt vorhanden sein.

(Wilhelm Busch)


Wie kann man in einer Stunde die ganze Weltliteratur besprechen?  Auch wenn man jene Literatur ausklammert, die zwar künstlerisch höchst wertvoll ist, wo man aber oft insgeheim zugeben muss, dass man nur die Hälfte verstanden hat.

 

Bei manchem Werk eines berühmten Mannes möchte ich lieber lesen,
was er weggestrichen hat, als was er hat stehen lassen.  (Georg Lichtenberg 18. Jh.)

 

Da halte ich mich manchmal an das englische Sprichwort: Die Kunst des Lesens ist, sinnvoll zu überspringen.

 

Welche Autoren kann man zur Weltliteratur zählen? Da hilft mir WILLY MEURER, ein deutsch-kanadischer Publizist mit folgender Geschichte:

 

 

Goethe verließ am Freytag mit Paul und einem Weber den Keller im Eichendorff, und schillerte auf dem Lichtenberg im Grass bis er den Morgenstern sah. Später ging er Heym mit einem Hauptmann der einen Hochhuth trug, als sie unterwegs einen Mann mit einem Zweig trafen, der Frisch aussah, sich im Storm bewegte und der im Busch gewachsen war. Unter einer Fichte saß ein Raabe, der Körner pickte, und den sie mit einem Klopstock vertrieben.

Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste   (Jakob Hein) 2025

 

Grischa ist in einem Amt der DDR angestellt und entwickelt eine Idee, mit dem "Bruder"-Land Afghanistan einen Cannabis-Handel aufzuziehen, um die Devisen der DDR zu stärken. 

 

Ein Buch, das an das Weltereignis des Mauerfalls vor 35 Jahren erinnert. Witzig, zynisch und echt zum Kichern.

Das Theaterstück "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus behandelt den 1. Weltkrieg. Ein beträchtlicher Teil des Stücktextes ist aus Originalzitaten montiert: aus Zeitungen, militärischen Tagesbefehlen, Gerichtsurteilen, eigenen und fremden Briefen, Verordnungen und Erlassen, Prospekten, aber auch Postkarten, Photos und Plakaten u. a.

Karl Kraus schrieb darüber im Vorwort: Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen;

So gab es z.B. tatsächlich Postkarten mit dem Hinweis „Serbien muss sterbien“ – oder „lustige“ Kinderbücher über den Krieg – "Max und Moritz" und der "Struwwelpeter" wurden kriegstauglich umgeschrieben.

Es gab Gesellschaftsspiele wie z.B. das "Weltkriegsquartett"  oder "Der Schwarze Peter von Serbien", ein Brettspiel "Um die weite Welt" und interaktive Spiele wie "In kleinen Schritten zum großen Krieg", wo SchülerInnen verschiedene historische Rollen zugeschrieben wurden.

Das sind Kinderbücher aus dem 1. Weltkrieg. Sie dienten natürlich der Propaganda.

Aber auch Postkarten waren ein beliebtes Propaganda-Medium.

Man mag es nicht glauben: Der 1. Weltkrieg ist auch in der heutigen Spielelandschaft (PC-Spiele und Brett-Spiele)  umfangreich vertreten und erfreut sich großer Beliebtheit.

Das Erschreckende an dem Stück "Die letzten Tage der Menschheit" ist, dass es oft in seiner unfassbaren Direktheit schon lustig ist.

Neben der Taschenbuchausgabe gibt es weitere Veröffentlichungen von "Die letzten Tage der Menschheit", wie z.B. einen großen Bildband von Paulus Manker oder Ton- und Videoaufnahmen von Helmut Qualtinger-Lesungen auf CD und DVD.

Lesungen Helmut Qualtinger:

1965:  https://www.youtube.com/watch?v=dA5yhF_Dwio

1985:  https://www.youtube.com/watch?v=3ufWTQFVr2c&list=PL3844E6D39A966716&index=1

Ja – wenn man das mit Heute vergleicht – mit diversen Postings im Internet, Fanchören bei Fußballspielen oder gehässigen Aussagen während einer Corona-Pandemie – oder bei einschlägigen politischen Veranstaltungen….

Tja. – Da kann man sich schon fürchten. – Obwohl – zu viel fürchten ist auch keine Lösung.

 

Eugen Roth beschreibt das in seinem Gedicht „Der Schwarzseher

https://www.deutschelyrik.de/der-schwarzseher.html

Früher waren die Erwartungen noch unschuldig naiv – heute geht man vom Schlimmsten aus. – Wenn z.B. ein Buch erscheint mit dem Titel „Ausgeliefert“ – war das früher ein Roman über einen Postler – heute rechnet man mit einem SOS-Kinderdorf-Krimi. 

Die Weltliteratur hat viele Facetten. Und aus allen kann man lernen. Und deshalb nehme ich jetzt einen gewissen Bildungsauftrag wahr.

Also lautet ein Beschluss,

dass der Mensch was lernen muss.

Nicht allein vom Bücherlesen

Ist man jemals g’scheiter g’wesen.

Auch von Comics lernt man – hoff‘ i,

von der Micky Maus und Goofy,

und von Asterix --- (da sag‘ ich Ihnen,

ist ein neuer Band erschienen).

Egal – Was ich euch jetzt erzähle

 Ist was Neu’s – auf alle Fälle:


Wisst ihr, was Inflektive sind?

– das sind Wortschöpfungen, wo beim Infinitiv von Zeitwörtern die Endungen „en“ weggelassen werden. Also von seufzen, ächzen, stöhnen bleibt nur mehr „Seufz“ – „Ächz“ – „Stöhn“

 

Eine berühmte Übersetzerin der Micky Maus Comics war die Kunsthistorikerin Dr, Erika Fuchs, die 2005 fast hundertjährig verstorben ist. Ihre Übersetzungen sind nicht nur sprachlich ausgefeilt und voller Wortwitz, sie enthalten auch viele versteckte Zitate, literarische und zeitgeschichtliche Anspielungen. 

Der deutsche Kommunikations-Designer, Illustrator und Comic-Zeichner Felix Görmann – kurz FLIX – hat zum Beispiel Goethes Faust in eine Comic-Version gebracht.

 

Er übernimmt aber nicht einfach die ursprüngliche Handlung, sondern wandelt die Vorlage ab. 

Ein herrlicher Spaß mit wunderbaren Anspielungen auf unsere heutige Zeit. Die Geschichte punktet mit einer skurrilen Mischung aus Klamauk, Slapstick und Absurdität.

Die alten Klassiker haben immer schon viele Schriftsteller gereizt, sich damit auseinanderzusetzen.

Einer davon war Heinz Erhardt. Seine Version von Friedrich Schillers „Der Taucher“ ist legendär.  "Der Tauchenichts"

https://www.lyrix.at/t/heinz-erhardt-der-tauchenichts-d25

Hier kann man Heinz Erhardt LIVE hören:

Der Tauchenichts:  https://www.youtube.com/watch?v=m8RnsGHAYG0

König Erl:  https://www.youtube.com/watch?v=jmkHaFweba8

Das lang ersehnte neue Buch von Vea Kaiser ist da.

„Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“

Erzählt wird von einer jungen Mutter – namens Angelika Moser -, die Ende der Achtzigerjahre in einem Wiener Traditionshotel Karriere macht.

 

Vea Kaiser erzählt mit charmant-ironischem Humor und sprachlicher Brillanz vom Streben nach Glück und verleiht den ernsten Themen ihres Buches eine gekonnte Leichtigkeit.

Bei der heurigen Buchmesse in Frankfurt war auch Jan Weiler vertreten, Journalist und Autor von Kolumnen, Hörspielen und Drehbüchern.

 

Seine Buchserie über das „Pubertier“ ist legendär. Eine kurze Sequenz aus „Und ewig schläft das Pubertier“ soll Lust auf mehr machen.


Joesi Prokopetz – Autor etlicher Wolfgang Ambros – Hits – hat wieder ein neues Buch herausgebracht.  „Die Blume aus dem Gemeindebau

Es handelt sich dabei nicht unbedingt um Weltliteratur – aber viele Leser der Prokopetz-Bücher sagen „Des is Wöd-Literatur“.

Und recht ham’s. Wir tauchen ein in die Wiener Rotlichtszene der 70er Jahre. – Ein Zeitdokument.

Da herrschte noch ein unkonventioneller Ton zwischen Polizei und Verbrechern. 

Manche werden sich noch erinnern: 1971 stand der unbewaffnete Polizeipräsident Joschi Holaubeck einem bewaffneten Geiselnehmer gegenüber und sagte nur „I bins, dei Präsident“ – worauf sich der Geiselnehmer ergab. Nach dessen Haftentlassung kümmerte sich Holaubek erfolgreich um seine Resozialisierung. Der gute Mann wurde nie wieder straffällig.

 

Zurück zur „Blume aus dem Gemeindebau“:

Rücksichtslos bringt »Mama Lisi« Mädchen auf den Strich. Bis sich ihr Sohn Robert in eine davon, die schöne Juliane, verliebt. Als Leichen auftauchen, bedeckt mit Chrysanthemen, geht es für die Liebenden um Leben und Tod ...

Ein französischer Philosoph sagte einmal:

Es ist leichter, das Buch zu behalten, als das, was drinnen steht.

Man tut sich oft schwer, die Werke berühmter Autoren zu verstehen.

Ein Buch ist ein Druckwerk, aus dem Leser gewöhnlich etwas ganz anderes herauslesen, als der Autor hineingeschrieben hat.

 Und so kann es dann zu einer Situation kommen, wie sie Erich Kästner beschreibt.  „Hamlets Geist“

Machen wir noch einen Sprung nach Schweden – zu einem Autor von Weltklasse.

Jonas Jonasson  - Er wurde berühmt mit seinen satirischen Romanen

„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“,

oder „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ und viele mehr.

Da gibt es einen unscheinbaren – 2023 erschienenen - kurzen Roman, den ich euch ans Herz legen möchte:

Wie die Schweden das Träumen erfanden

Die Bürgermeisterin einer kleinen schwedischen Stadt mit einer aufgelassenen Autoreifenfrabrik, lockt den deutschen Großkonzern "Traumbett", die Produktion in ihrem Ort aufzubauen;

 

Vergnüglich und hintergründig. 

WEIHNACHTEN KOMMT!

Und diesmal gibt es eine besondere Überraschung: Es werden neue Bücher - und zwar Krimis der Spitzenklasse - verlost.

In stimmungsvoller Andacht kann man bei unserer Glücksfee jeweils ein Los ziehen und auf ein Geschenk hoffen.

Und somit beschließe ich die heutige Seance mit einigen Tipps für Weihnachten:

Willst du Nachts noch Hummer schlemmen

so kann dir das den Schlummer hemmen!

 

Im Wirtshaus sind die Weine billig,

dann sind nicht mehr die Beine willig.

  

Wer "tankt",

der wankt.

 

Bei den Hütten und Standeln sollte man alle Gebote einhalten.

 

Selbst in versteckten Punsch-Winkeln

darf man nicht nach Wunsch pinkeln.

 

Und zum Abschluss ein allgemeiner Tipp für das häusliche Fest des Friedens:

 

Manchmal sollte man sich überlegen, ob man ein Feuer legt oder ein Licht anzündet.


Und diese Bücher gab es zu gewinnen:

Viel Spaß damit!